„Nette Toilette“ für Frankfurt (Oder)!

Nette Toilette in Fürstenwalde
Die Stadt Fürstenwalde hat es vorgemacht: so sehen die dortigen Aufkleber aus. Foto: Stadt Fürstenwalde

Toiletten gibt es im öffentlichen Raum immer zu wenig. Auch in Frankfurt (Oder). Hohe Investitions- und Reinigungskosten sind Hürden, die im Moment nicht zu überwinden sind. Warum schließt sich die Stadt also nicht einer praktischen Initiative an?

Angesichts der erst vor kurzem geschlossenen Toiletten am Zehmeplatz und in der Rosa-Luxenburg-Straße wird es eng für die Frankfurter, wenn Sie mal dringend müssen und in der Innenstadt sind. Und es kann dauern bis die beiden Anlagen wieder nutzbar sein werden. Für die Sanierungskosten könnten wahrscheinlich 30 alternative WCs geschaffen werden.

Die Idee der „Netten Toilette“ ist schnell erklärt: Die Stadt überzeugt Gastwirte ihre Toiletten gegen eine monatliche Aufwandsentschädigung der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der Tourist oder Frankfurter schaut im Flyer oder in der extra programmierten App kurz nach, welche Gaststätten oder Cafés sich in der Nähe an der Aktion beteiligen. Hier können auch Barrierefreiheit und Wickelmöglichkeit angezeigt werden. Leicht zu erkennen durch den auffälligen Aufkleber im Schaufenster, kann der stille Ort ohne Verhandlung oder abschätzige Blicke des Wirtes aufgesucht werden.

Trotz angespannter Finanzlage könnte in Frankfurt (Oder) so eine schnelle und flächendeckende Lösung erreicht werden. Schon die Neuanschaffung einer einzigen öffentlichen Toilette liegt im 100.000 Euro Bereich. Die Wartung und Pflege kostet die Stadt nochmals ca 15.000 Euro im Jahr. Die Kosten für die Nutzungsrechte der Initiative „Nette Toilette“ belaufen sich bei der Einwohnerzahl Frankfurts auf knappe 1650 Euro (einmalig), hinzu kämen noch ein paar 100 Euro für den Druck der Aufkleber. Je nach Stadtlage bekommt der Wirt eine Aufwandsentschädigung zwischen 40 und 100 € im Monat. Bei beispielsweise zehn sich beteiligenden Gastwirten, die 100 Euro monatlich bekämen, wären das also 12.000 Euro im Jahr für zehn (!) neue, saubere Toiletten im Innenstadtbereich.

Mitarbeiter der Stadt müssten hierfür „nur“ Gastwirte und Cafébesitzer gewinnen bei dem Projekt mitzumachen. Überzeugend wirkt hier sicherlich die Aufwandspauschale.

Die Stadt könnte sich hohe Anschaffungs- und Folgekosten sparen. Die Wirte bekämen zusätzliches Geld, mehr potenzielle Kunden und Medienaufmerksamkeit. Das Image der Stadt würde aufgewertet durch Service, Ideenreichtum und Offenheit.

Fürstenwalde ist hier schon einen Schritt weiter.

„Ursprünglich nur für Aalen in Süddeutschland gedacht, verbreitete sich die Idee der „netten Toilette“ schnell von Stadt zu Stadt. Sogar bis in die Schweiz habe es die Aktion schon geschafft“, erklärt der Projektbetreuer Martin Kallenbach von der Werbeagentur Studioo GmbH. Inzwischen gibt es mehr als 260 Anwender in Deutschland und der Schweiz.

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