Ensemble für Alte Musik spielt musikalisches Portrait

Orlando Ensemble
Das Orlando-Ensemble: (v.l.n.r.) Kai Schulze-Forster, Juliane Maria Esselbach, Konrad Navosak, Petra Prieß und Tilman Muthesius Foto: eb

Orlando Ensemble spielt musikalisches Porträt Katharina von Boras

Am Samstag, 6. Mai 2017 möchten die Mitglieder des Orlando-Ensembles Potsdam die Zuhörer in die Zeit der Reformation entführen. In der St. Marienkirche Beeskow beginnt um 16.30 Uhr das Programm „Ich würde meine Käthe nicht für Frankreich und Venedig dazu hergeben…“. Im Jahr 500 nach dem Thesenanschlag des Martin Luther beschäftigen sich viele Veranstaltungen mit dem Reformator und seinem Wirken. In diesem musikalischen Porträt steht allerdings Luthers Frau Käthchen im Mittelpunkt.

In der Nacht zu Ostersonntag im Jahre 1523 geschah im Kloster Marienthron bei Grimma etwas Unglaubliches: Zwölf Nonnen flüchteten mit Hilfe eines Torgauer Bürgers in einem Planwagen, unter ihnen Katharina von Bora. Alle hatten sie im Verborgenen die Schriften eines Theologen gelesen, dessen Gedanken ihr Leben für immer verändern sollte. Denn dieser Mann, Martin Luther, argumentierte mit den Worten der Bibel: „Seid fruchtbar und mehret euch!“ Wenn das Gottes Wille war, dann war ihr klösterliches Leben gar nicht von Gott gewollt! Die Heiligen Gelübde, die diese Frauen abgelegt hatten, erschienen ihnen nun als falsch. Doch diese zu brechen, das wussten sie, würde die härteste Strafe nach sich ziehen: lebenslangen Kerker bei Wasser und Brot.

So spannend dieses Frauenschicksal Katharinas beginnt, so spannend sollte es weitergehen. Erst zwei Jahre später wurden sie schließlich ein Paar, sie und der berühmte Reformator. Der heiratete sie nicht aus Zuneigung, das gab er offen zu. Doch Katharina verschaffte sich nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern gewann schließlich auch die Liebe ihres Ehemannes. Wie es dazu kam und wie es im Hause Luther in dieser Zeit zuging, was Katharina von Bora alles schaffte, aufbaute, wie sie mit schwerem Leid umgehen mussten, wie sie ihrem Manne zum wichtigsten Gesprächspartner wurde und ein großes Haus und viele Kinder versorgte, das erzählt sie in diesem Programm selbst.

Es ist allgemein bekannt, dass Luther ein sehr guter Lautenspieler und Sänger gewesen war. Deshalb können wir annehmen, dass für Katharina die Musik eine ebenso wichtige Rolle gespielt hat. So werden ihre Lebenserinnerungen nicht nur mit abwechslungsreicher Musik ihrer Zeit begleitet, sondern sie selbst singt und erzählt auf diese Weise ihr Leben.

Neben der gesungen Musik hat in diesem Konzert die Lautenmusik einen besonderen Platz.  Auf der Wartburg gibt es eine kleine Laute, die sogenannte „Wartburgcister“, auf der Luther wohl selbst gespielt hat. Der Lautenist des Orlando-Ensembles Konrad Navosak besitzt davon einen Nachbau und spielt darauf einige Solostücke u.a. von Konrad Paumann und aus dem Buxheimer Orgelbuch (ca. 1480).

Außerdem wird Musik von Oswald von Wolkenstein, Josquin des Prez, Ludwig Senfl, Heinrich Isaac, Pierre de la Rue, Heinrich Finck, Johannes Eccard, Guillaume Dufay, Johannes Ockeghem, Orlando di Lasso, Adam von Fulda, Thomas Stoltzer und Paul Hofhaymer zu hören sein.

Der Eintritt zu diesem Konzert kostet 8,- € (erm. 6,- €). Eintrittskarten gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Vorbestellungen sind allerdings telefonisch über Anrufbeantworter 03366/26450 möglich.

(eb/fra)

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